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Systemische Anwendung
Die Kriterien für die innerliche Gabe von Corticoiden bei Dermatosen unterscheiden sich nicht von denen bei anderen Erkrankungen. Daher wird bezüglich der Applikationsmodalitäten (i.v. – i.m. – p.o. – zirkadiane Gaben – ausschleichende Behandlung usw.) Pharmakodynamik und -kinetik, Auswahl des geeigneten Präparates, Nebenwirkungen usw. auf die Ausführungen der entsprechenden Kapitel verwiesen.
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| Absolute Indikationen |
Zahlreiche zum Teil sehr schwere Erkrankungen bedürfen obligat der Corticoidtherapie (absolute Indikation), wie akute, lebensbedrohliche Erkrankungen (anaphylaktischer Schock, toxische epidermale Nekrolyse [TEN] u.ä.) oder auch die Autoimmunerkrankungen (Pemphigusgruppe, Lupus erythematodes, Dermatomyositis)
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| Relative Indikationen |
Die Krankheitsintensität und der Befall tiefer gelegener Hautkompartimente sowie das Ausmaß der befallenen Hautareale sind wegweisend für die Entscheidung zur systemischen Corticoidtherapie (relative Indikation). Wenn zum Beispiel eine tiefgelegene Vaskulitis vorliegt oder wenn die Dermatose mehr als 20% der Körperoberfläche einnimmt, wäre es umständlich und unwirtschaftlich, nur äußerlich zu therapieren. Bei einer Reihe von Erkrankungen, wie maligne Lymphome, werden Corticoide mit der zytostatischen Medikation zusammen appliziert (z.B. MOPP- oder COPP-Schema)
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| Kontraindikationen |
Als Kontraindikation im dermatologischen Bereich müssen über die in früheren Abschnitten genannten Erkrankungen hinaus noch die virusbedingten Dermatosen aufgeführt werden. Erst nach der virämischen Phase ist die Gefahr einer Verschlechterung der Virose durch Corticoide gebannt.
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| Unerwünschte Wirkungen |
Wie auch bei äußerlicher Anwendung führt die systemische Gabe von Corticoiden zu unerwünschten Wirkungen an der Haut. Besonders zu nennen sind solche wie Hirsutismus, Ekchymosen, Corticoidakne und periorale rosazeaartige Dermatitis sowie Atrophie des Hautorgans, die sich an den Augenlidern, Axillen und Thorax als Striae distensae oder zigarettenpapierdünner Haut zeigen. Auch Pseudonarben (pseudocicatrices stellaires spontanées) mit erhöhter Verletzlichkeit der Haut sind zu beobachten.
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| Dosierung |
Die Dosierung der Corticoide ist abhängig von der Art und dem Ausmaß der Erkrankung und reicht von der ultrahohen Pulstherapie (Reinhold u. Buttgereit 2000) bis zur Low-dose.
Literatur: Reinhold U, Buttgereit F. Hochdosis-Steroid-Pulstherapie. Gibt es Indikationen in der Dermatologie? Hautarzt 2000; 51: 738
uh (nach Kaiser, Kley: Cortisontherapie, 11. Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2002)
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