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Gastro-Enterologie

 
  Der Gastrointestinaltrakt ist das größte „lymphatische Organ“ des Körpers (Stallmach u. Zeitz 1998). Dieses hat die Aufgabe relevante pathogene Antigene zu erkennen und zu eliminieren und den Organismus bei irrelevanten Antigenen vor einer überschießenden Immunantwort zu schützen. Hierzu ist eine hohe Spezifität und Selektivität der Immunantwort gegen die zahlreichen Antigene im Darmlumen (Bakterien, Nahrungsbestandteile) erforderlich. Neben humoralen und zellulären Immunabwehrmechanismen existiert eine Immunreaktion in der Mukosa, die dazu führt, dass die meisten Bakterien und Nahrungsmittel toleriert werden („orale Toleranz“). Daran sind die organisierten Lymphfollikel der Darmschleimhaut, in den Peyer'schen Plaques (bes. Ileum) und in den Follikeln im Colon beteiligt. Antigene gelangen über so genannte M-Zellen in die Lymphfollikel und dort in Kontakt mit B- und T-Lymphozyten. B-Lymphozyten/Plasmazellen bilden Immunglobulin A der Schleimhautoberflächen und T-Lymphozyten reifen zu T-Helfer- und T-Suppressor-Lymphozyten heran, die letzteren zum Schutz des Körpers vor überschießenden Immunreaktionen.
Viele Krankheiten des Gastrointestinaltraktes sind wahrscheinlich Störungen des Darmimmunsystems. So z.B. die einheimische Sprue, bei der durch eine vermehrte T-Zellaktivierung eine überschießende Immunantwort auf Gluten und insbesondere das Antigen Transglutaminase vorliegt. Auch bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn liegt eine überschießende Immunantwort auf zahlreiche Fremdstoffe im Darm vor. Immunsuppressiva wie Corticoide spielen deshalb bei der Behandlung von vielen Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts eine wichtige Rolle.

Literatur
Stallmach A, Zeitz M. Der Darm als immunologisches Organ. Wien Klin Wochenschr 1998; 110: 72

uh (nach Kaiser, Kley: Cortisontherapie, 11. Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2002)

 
   
 



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