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Hepatologie
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Fast alle Formen von Lebererkrankungen, besonders aber entzündliche, sind mit Corticoiden behandelt worden. Zeitweise galt ein solches Vorgehen als Standardtherapie. Der senkende Effekt auf Bilirubin und Transaminasen war so auffällig, dass der Ausdruck „white-wash effect“ geprägt wurde. Heute ist die Behandlung der Lebererkrankungen mit Corticoiden differenzierter. Da, inklusive den Corticoiden, alle antifibrotischen Substanzen weder leber- noch fibrosespezifisch sind, müssen sie gezielt und eher zurückhaltend eingesetzt werden (Wu u. Mitarb. 1994). Bei Lebererkrankungen liegen Bindungsproteine, wie das „cortisolbindende Protein“, in unterschiedlichen Plasmakonzentrationen vor. Des Weiteren ist der Metabolismus von Steroiden vermindert, so dass Corticoide stärker wirken als bei Gesunden. Auch kann die Leber Prednison und Cortison nur verlangsamt in die wirksamen Endstufen (Cortisol und Prednisolon) umwandeln (Madsbad u. Mitarb. 1980; Renner u. Mitarb. 1986). Aufgrund dessen sollen alle Patienten mit Lebererkrankungen auf erwünschte und unerwünschte Wirkungen von Corticoiden besonders sorgfältig überwacht und inaktive Corticoidvorstufen (wie Cortison und Prednison) gemieden werden.
Literatur Madsbad S, Bjerregaard B, Henriksen JH, et al. Impaired conversion of prednisone to prednisolone in patients with liver cirrhosis. Gut 1980; 21: 52 Renner E, Horber FF, Jost G, et al. Effect of liver function on the metabolism of prednisone and prednisolone in humans. Gastroenterology 1986; 90: 819 Wu J, Danielsson A. Inhibition of hepatic fibrogenesis: a review of pharmacologic candidates. Scand J Gastroenterol 1994; 29: 385
uh (nach Kaiser, Kley: Cortisontherapie, 11. Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2002)
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