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Primäre Glomerulonephritis

Unter dem morphologisch definierten Krankheitsbild der Glomerulonephritis (GN) finden sich zahlreiche Symptome unterschiedlicher Ätiologie, Verlaufsformen und Prognose. Der Versuch einer Einteilung orientiert sich deshalb an: Verlauf, Ursache, Morphe, Immunvorgang, Folgen, Histologie oder Klinik.

Glucocorticoide in der Therapie der GN
Da etwa 70% aller Glomerulopathien auf einer Immunreaktion beruhen, lag die Therapie mit Corticoiden nahe (Grabensee u. Mitarb. 1997, Hogan u. Mitarb. 1995; Risler u. Mitarb. 1991). Bei den primären Formen sind Corticoide oft erfolgreich. Bei den sekundären Formen (u.a. postinfektiös, tumorös, medikamentös, bei Kollagenosen und Vaskulitiden) soll primär die Grundkrankheit therapiert werden. Die Nierenkrankheit wird immer auch symptomatisch behandelt, z.B. wegen Nephrose, Proteinurie, Hypertonie, Niereninsuffizienz, Thromboseneigung, Lipoproteinämie, Ödeme, Infektneigung.

Allgemeine Corticoidindikationen bei GN
- Corticoide sind nicht wirksam bei akuten GN nach Streptokokkeninfektion, IgA-GN (Berger-Nephritis), membrano-proliferativen GN, fibrillären, immunotaktoiden und Fibronektin-GN, Alport-Syndrom, chronischer GN.
- Corticoide sind wenig wirksam bei: membranöser GN, mesangioproliferativer GN.
- Corticoide sind gut wirksam bei: primärer fokal-segmentaler GN, minimal-change GN, rapid-progessiven GN, Good-pasture-Syndrom, GN bei Systemerkrankungen (wie Vaskulitis, Kollagenosen, Sarkoidose…).

Literatur
Grabensee B, Bach D, Heering P. Immunsuppression in der Therapie der Glomerulonephritis. Internist 1997; 38: 562
Hogan SL, Muller KE, Jennette JC, Falk RJ. A review of therapeutic studies of idiopathic glomerulopathy. Amer J Kidney Dis 1995; 25: 862
Risler T, Przechera M, Müller GA, et al. Was ist gesichert in der Therapie der Glomerulonephritis? Internist 1991; 32: 690



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