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Allgemeine Grundlagen

Ähnlich wie in der Erwachsenenmedizin werden Corticoide auch bei Kindern gebraucht. Sie dienen zur Substitution einer ausgefallenen Funktion der Nebennierenrinde oder sollen, entsprechend dosiert, pharmakologisch wirken, d.h. antiphlogistische, antitoxische oder immunsuppressive Effekte erzielen. Ein medikamentös erzeugter Hyperkortizismus führt auch beim Kind nicht selten zu endokrinen Störungen und zu Entgleisungen des Stoffwechsels. Die Höhe der verabreichten Dosis und die Zeitdauer der Applikation sowie deren Rhythmus sind für unerwünschte Nebenwirkungen entscheidend.

Das gesunde Kind produziert in allen Lebensabschnitten ca. 12–20 mg Cortisol je m2 Körperoberfläche und Tag in den Nebennieren. Vom Neugeborenen- bis zum Schulkindalter hin stellt sich zunehmend der zirkadiane Rhythmus mit Spitzenproduktion des Hormons in den Morgenstunden ein. Beim Neugeborenen und Säugling können noch mehrere Cortisoloszillationen im Verlauf von 24 h nachgewiesen werden, ohne direkten Bezug zu Körperaktivitäten.

Zur Überprüfung der Funktion des Nebennierenrinden-Hypophysen-Hypothalamus-Systems sind in der Pädiatrie die gleichen Methoden wie beim Erwachsenen üblich. Die Tatsache, dass im Speichel Cortisol und Cortison weitgehend frei von Trägerproteinen, also biologisch aktiv erscheinen, und die Speichelsekretion die Cortisolkonzentration nur wenig zu beeinflussen scheint, macht die nicht invasiv mögliche Gewinnung des Untersuchungsmaterials für pädiatrische Zwecke besonders attraktiv.

uh (nach Kaiser, Kley: Cortisontherapie, 11. Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2002)



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