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Cortison - Hormon und Arzneimittel

Cortison ist nicht eines der tausend Medikamente, die man heute in der Apotheke kaufen kann. Es ist ein Hormon, d.h. ein körpereigener Wirkstoff. Er wird in der Rinde der Nebennieren, kleinen paarig angelegten Organen, die am oberen Nierenpol aufsitzen, hergestellt.

Hormon für das Leben

Cortison reguliert viele Funktionen im Organismus und ist lebensnotwendig: Wird es nicht in ausreichender Menge produziert, wird der Mensch schwer krank, hört die Bildung gänzlich auf, stirbt er. Deshalb spricht man vom "Hormon für das Leben".

Hormon für den Stress

Eine der wichtigsten Funktionen des Cortison ist die sog. Streßanpassung. Jede Belastung des Körpers (Streß), gleichgültig ob sie von innen oder außen kommt, kann nur überwunden werden, wenn die Cortisonbildung innerhalb kürzester Zeit vervielfacht wird. Daher der Name "Hormon für den Streß".
Der adrenale Regelkreis

Regelkreis

Damit der Organismus immer über die jeweils nötige Menge verfügen kann, aber auch nie zu wenig Hormon hat, gibt es einen komplizierten sog. Regelkreis (Abb. 1). Die Nebennierenrinde bildet das Hormon nur unter dem Einfluß des in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildeten ACTH. Dessen Produktion aber wird durch das im Zwischenhirn (Hypothalamus) hergestellten Hormon CRH gesteuert. Wird im Körper Cortisol verbraucht und fällt damit die im Blut vorhandene Menge ab, so ist das der Reiz für die sofortige Bildung der beiden übergeordneten Hormone, so daß dann auch gesteigert Cortisol hergestellt wird. Ist der Blutspiegel wieder aufgefüllt, kommt das System auf allen Ebenen zur Ruhe. Da während der Nacht die meisten Körperfunktionen auf "Sparkurs" arbeiten, besteht auch nur ein reduzierter Bedarf an Cortisol. Damit früh-morgens die Organe und Funktionen aktiv werden können, ist ein rascher Anstieg der Cortisolbildung Voraussetzung. Im Laufe des Tages läßt die Produktion nach und erreicht um Mitternacht wieder ihr Minimum. Man nennt dies den zirkadianen Rhythmus (siehe Abb. 2).
Zirkadianen Rhythmus

Wer braucht Cortison?

Cortison ist absolut unverzichtbar zur Behandlung all jener Patienten, deren Nebennierenrinde nicht in der Lage ist, die jeweils notwendige Hormonmenge selbst herzustellen. In diesen Fällen ist Cortison lebensrettend, lebenserhaltend und ruft bei richtiger Dosierung keinerlei Nebenwirkungen hervor.

In viel größerem Umfang werden heute Cortisonpräparate verabreicht, um Entzündungen zu unterdrücken und die Aktivität des Immunsystems zu dämpfen. Das bedeutet, daß Cortison bei vielen ganz unterschiedlichen Krankheiten erfolgreich eingesetzt werden kann. Voraussetzung für diese Wirkung ist allerdings, daß höhere Dosen des Hormons verabreicht werden als sie der Körper normalerweise produziert. Dieser Hormonüberschuß bringt daher das Risiko unerwünschter Wirkungen mit sich.

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