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Herztransplantation

Indikationen
Die Indikation zur Herztransplantation besteht bei komplizierten und prognostisch infausten Fällen von progredienter Herzinsuffizienz, insbesondere bei Kardiomyopathie und koronarer Herzerkrankung. Weltweit sind bisher mehr als 35 000 Herztransplantationen durchgeführt worden. In Deutschland werden pro Jahr etwa 450–500 Herzen verpflanzt. Die Überlebensraten betragen 80–90% nach einem Jahr, 60–70 % nach 5 und 40–50% nach 10 Jahren.

Immunsuppression
Die Basisimmunsuppression besteht aus einer Dreifachkombination bestehend aus einem Calcineurininhibitor, Corticoiden und einem Antimetaboliten, ggf. ergänzt durch eine Induktionstherapie mit einem polyklonalen Antikörper. Vor allem in der Frühphase werden i.d.R. deutlich höhere Medikamentenspiegel angestrebt als nach Nieren- oder Lebertransplantation. Für MMF wurden Vorteile gegenüber Azathioprin hinsichtlich Mortalität und Abstoßungsrate berichtet (Kobashigawa 1998 und 1998).

In der Frühphase sind die Patienten von bakteriellen, im Intermediärverlauf von viralen Infektionen bedroht, besonders CMV und Herpes, weshalb in den meisten Zentren eine Prophylaxe mit Hyperimmunseren, Virustatika oder auch Antibiotika durchgeführt wird.


Akute Abstoßung
Akute Abstoßungen treten bei ca. 30% der Patienten auf. Erste Hinweise können Fieber, Abgeschlagenheit, Tachykardie und Hypotonie sein. Die Diagnose wird durch Echokardiographie und Myokardbiopsie gesichert. Zur Behandlung werden bevorzugt Corticoide, ATG oder OKT3 eingesetzt.

Komplikationen
Die wichtigste Langzeitkomplikation stellt die Transplantatvaskulopathie dar. Ätiologisch werden neben immunologischen Ursachen CMV-Infekte, Hypercholesterinämie, Schäden bei der Organkonservierung und medikamentös-toxische Einflüsse diskutiert. Lipidsenker und Thrombozytenaggregationshemmer scheinen vorbeugend zu wirken.

Etwa 70% der Todesfälle nach Herztransplantation sind auf Infektionen oder Tumorneubildungen zurückzuführen.

Literatur:
Kobashigawa JA. Mycophenolate mofetil in cardiac transplantation. Curr Opin Cardiol 1998; 13: 117





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